Die Gruppe
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Das da-Vinci-Projekt

Eigentlich müsste es „das da-Vinci-Tyding-Projekt“ heißen, weil in Soltau eine Verbindung von belegtem Wissen (im Museum die Ausstellung „Leonardo da Vincis Maschinen“) mit einer fröhlichen Legendenfeier (großer Festzug zu Ehren Harm Tydings) eingegangen wurde. 1519, dem Sterbejahr da Vincis, rettet, so geht die Sage, der Bürger Tyding unsere Stadt vor der Brandschatzung durch einen Heerhaufen. Dazu im Gegensatz stehen für den neuen Geist dieser Zeit am Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit auch die Maschinenmodelle nach Vorgaben des Universalgenies da Vinci im Soltauer Museum.

Ein XXL-Nachbau wird im Festzug und dann im Böhme-Familienpark präsentiert. Schüler der Berufsbildende Schulen Soltau, Fachoberschule Technik, Klasse 12, bauten nach Skizzen da Vincis einen Lastkran zum Aufrichten von Säulen und Pfeilern.

Herr U. Sobczak: „Als Lehrer brauchte ich das Projekt nur zu begleiten. Die jungen Männer waren überaus interessiert, dann motiviert und investierten viel Freizeit und ihr fachliches Können. Sehen Sie selbst, wie einfach Technik begreifbar wird.“

Im Museum Soltau sind in der Ausstellung „Leonardo da Vincis Maschinen“ viele seiner technischen Entwürfe und danach gefertigte Holzmodelle noch bis zum 19. August 2012 zu sehen. Im Jahr 1519 starb da Vinci und im selben Jahr rettete Harm Tyding unsere Stadt vor der Zerstörung. Aus diesem Anlass bat Herr Bürgermeister Ruhkopf die Berufsbildenden Schulen Soltau für den Festzug des Mittelalterspektakels, eine funktionierende Maschine nach  Skizzen des Universalgenies zu bauen.

Schüler der 12. Klasse der Fachoberschule Soltau – Technik übernahmen die Aufgabe, ein von Leonardo da Vinci erdachtes Gerät nachzukonstruieren und zu fertigen. Herr Sobczak, Lehrer und Bauingenieur begleitete die Gruppe. Aus dem Unterrichtsfach Mechanik bildeten acht Bau-, Holz- und Metallhandwerker ein kompetentes Team.
Ausgewählt wurde ein Gerät zur Lastenmanipulation, eine Vorrichtung zum Aufrichten von Säulen, geplant in traditioneller Kantholzbauweise. Die arbeitsgruppentechnische Organisation, Aufgabendefinition und -zuweisung, die Objektanalyse, technische Planung, statische Betrachtung und Materialauszug, teilweise unter Anwendung  praxisrelevanter Computertechnik, waren, nur von einer alten Handskizze ausgehend, vor der eigentlichen Bauphase zu leisten. Für den Lernprozess ausgesprochen wertvoll waren die vielen Diskussionsteile zur Erörterung technischer Probleme: Entwickeln, testen, bestätigen oder verwerfen, neukonzipieren und bauen!

So entstand nach Aufwendung vieler außerunterrichtlicher Stunden ein beeindruckendes Objekt, ein  funktionierender Säulenaufsteller in Originalgröße. Leonardo da Vinci war eine viel zu bedeutende Person, als dass man das hier dargelegte Projekt auf die rein technische Komponente reduzieren darf. Die von den Schülern erstellte Fachdokumentation belegt somit nicht nur den Herstellungsprozess des Säulenaufstellers, sondern sie beleuchtet auch da Vincis Leistung als Pionier der Technik und Wissenschaft sowie die Bedeutung der Zeitepoche der Renaissance für die philosophische Wiedergeburt, den Aufbruch der Wissenschaften und deren Befreiung aus dem Dogma der Kirche.

Das Team bedankt sich, dass es so ein außergewöhnliches Projekt werwirklichen konnte. „Bauen macht stolz!“

Sebastian Bogs, Tischler / Ralf Detgen, Zimmerer / Max Evers, Ind.-Mechaniker / Heinrich Heidmann, Zimmerer / Maximilian Klose, Straßenbauer / Benjamin Peter, Zimmerer / Mathias Poch, Zimmerer / Hauke Prüser, Zimmerer.

Dank auch den Soltauer Firmen Cementmüller und Eisen-Meyer für die Bereitstellung der Baumaterialien.

An den 3 „Ritter, Topf und Deckel-Festtagen“ gilt für das Museum Soltau ein ermäßigter einheitlicher Eintrittspreis von 2,50 Euro.

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